Heute hatte ich eigentlich einen kurzen Arbeitstag und habe mich den ganzen Vormittag auf einen gemütlichen Nachmittag gefreut, vielleicht mit einem guten Buch in der Hand unter einer kuscheligen Decke und mit ein paar leckeren Keksen nebenbei. Ich hatte sogar schon ein ganz bestimmtes Buch im Auge, welches ich gestern Abend noch begonnen hatte und welches mich wirklich zum Lachen gebracht hat.
Auf dem Weg nach Hause bin ich noch schnell in ein Geschäft geflitzt, da ich auf der Suche nach einem ganz bestimmten, besonderen Müsli war, nach dem es mich schon seit einigen Tage gusterte. Nachdem ich es gefunden hatte und noch kurz in ein anderes Geschäft wollte, klingelte das Handy, am anderen Ende war ein aufgeregtes Wolf dran, der mich bat, schnell nach Hause zu fahren, da ein Bekannter offenbar ein Schloss für unsere WC-Tür gefunden hätte.

Zur Erklärung: wir musste vor zwei Wochen den Schlüsseldienst holen, nachdem im Schloss der WC-Tür ein Teil gebrochen war, sodass wir die Tür nicht mehr aufbekommen haben. Das Schloss musste im Endeffekt dann angebohrt werden, sodass es nun Schrott war. Zuhause angekommen mussten der Bekannte und ich leider feststellen, dass das neue alte Schloss leider genau seitenverkehrt und somit nicht verwendbar war.
Davon ließ ich mich (noch) nicht unterkriegen und stellte fröhlich pfeifend eine Gemüsesuppe zu, da es zum Abendessen einen leckeren Tafelspitz mit gedünsteten Karotten und Krensauce geben sollte. Neben dem Suppengemüse galt es dann noch, ein halbes Kilo Karotten zu stifteln, was mir jedoch meistens sehr leicht von der Hand geht. Glück hatte ich zudem noch, denn ich spürte, wie das Messer (mal wieder) ganz knapp am Zeigefinger entlangschrammte – fast hätte ich mich geschnitten.
Als ich danach gerade mal 2 Minuten mit meinem Buch auf der Couch lag, schellte es an der Tür – auch wenn ich keinen erwartete, rechnete ich maximal mit einem Paketdienst. Vor der Tür stand jedoch kein Paketdienst, sondern der Hauselektriker, der an meine Gegensprechanlage wollte. Die surrte nämlich, obwohl sie neu war, anstatt ordnungsgemäß zu funktionieren. Eineinhalb Stunden lang versuchte der Elektriker, die Anlage zu reparieren, am Ende musste er jedoch ergebnislos abdampfen.
Mittlerweile war ich zugegebenermaßen schon etwas grummelig, denn noch während der Elektriker werkelte, rief der Wolf an und bat mich, ihn von der Arbeit abzuholen, da er noch zur Post wollte. Also stieg ich ins Auto, statt gemütlich auf der Couch herumzuliegen um durch die Rush Hour in der Stadt zu zockeln.
Auf der Post gab es dann zwei Pakete für den Wolf, aber keines für mich – noch ein Grund mehr, ein bisschen grantig zu sein.
Endlich wieder zu Hause gab es immer noch kein Buch für mich, denn zuerst wollten ja noch Brötchen gebacken werden und auch die Wäsche musste ich noch abnehmen und zusammenlegen. Zum Glück kümmerte sich der Wolf liebevoll um die Brötchen, während ich mit dem Wäscheständer kämpfte, denn typisch für einen Glückstag wie heute quetschte ich mir natürlich die Finger, als ich selbigen zusammenklappte.

Durch meinen Wutschrei angelockt kam natürlich der Wolf angelaufen, der sich den „Schaden“ heimlich grinsend ansah – grinsend deswegen, weil er mich ja kennt und weiß, dass ich mir meistens bei den unmöglichsten Gegenständen wehtue. Zum Trost schlug er vor, sich auch um den Rest des Essens zu kümmern, damit ich noch schnell eine zweite Ladung Wäsche für den nächsten Tag vorbereiten konnte. Danach gab es endlich etwas zu essen, denn mittlerweile hatte ich nicht nur ein winzigkleines Wut-Gefühl, sondern auch einen riesigen Hunger.
Nach dem Essen wollte ich dann eigentlich nur noch schnell das Bett neu beziehen, um mich dann ENDLICH meinem Buch widmen zu können – mittlerweile war es ja auch schon nach 19:00 Uhr, ein bisschen Feierabend hätte ich mir also bereits redlich verdient. Als ich also im Schlafzimmer auf einen Sessel stieg, um aus dem hohen Wandschrank zwei Garnituren Bettwäsche zu holen, machte mir der Schrank noch ein freundliches Geschenk, denn auf einmal löste sich eine der beiden kleinen Schiebetüren und krachte mir fast auf den Kopf - wenn ich nicht schnell zur Seite gezuckt wäre, hätte mich die Tür voll am Kopf getroffen.

Dieses Mal war mein Wutschrei um einiges lauter, denn der Schrank ist mir schon seit geraumer Zeit ein Dorn im Auge, einerseits ist er uralt (den haben wir damals vom Vormieter übernommen) und schon total abgenutzt und abgewohnt, andererseits gibt es an allen Ecken und Enden Probleme damit, zuerst wurde eines der Schlösser kaputt, dann brachen alle drei Schlüssel ab und auch das Problem mit der herausfallenden Tür war nichts neues, denn von dem Fach nebenan fehlt seit einem halben Jahr die Tür – befestigen kann man die Türen allerdings nicht mehr, weil die Halterungen aufgesprungen sind.
Da ich einen Schrank mit eindeutigen Mordabsichten mir gegenüber nicht in meiner Wohnung dulden kann, beschloss ich, dass nun endlich ein neuer Schrank bei uns einziehen muss. Dank Tante Guugl und den unendlichen Weiten des Internets war eine Lösung nicht mehr fern. Denn ich fand ein Möbelhaus, welches mir vertrauenserweckend erschien: Roller.de ist der größte deutsche Möbeldiscounter, der natürlich nicht nur im Internet vertreten ist, sondern deutschlandweit auch noch über 100 Standorte hält. Und wer so groß und bekannt ist, muss schließlich auch für uns ein paar gute Möbel auf Lager haben!
Unser Budget ist momentan leider ziemlich knapp bemessen, da ich vor kurzem erst einen neuen Laptop benötigte und auch der Wolf einige größere Ausgaben hatte. Zum Glück bietet die riesige Auswahl bei Roller auch Möbel für etwas schmalere Geldbeutel, sodass der Wolf und ich sicherlich noch fündig werden und eine passende Schrankwand für uns (und auch unser Budget) finden werden. Für heute habe ich aber ehrlich gesagt genug, der Plan mit dem Buch ist vorerst gestrichen, ich will nämlich eigentlich nur ins Bett – tief, traumlos und unbedroht schlafen! =)